Niemand kann sich die Dimensionen des Weltalls wirklich vorstellen. Selbst unsere allernächste kosmische Nachbarschaft, unser Sonnensystem, kann nur in stark verkleinertem Maßstab erfahrbar gemacht werden, z. B. auf einem Planetenweg. Im Frühjahr 2012 hat die Kepler-Gesellschaft zusammen mit der Stadt Weil der Stadt einen Planetenweg entlang einer schönen Wanderroute im nördlichen Würmtal angelegt.

Eröffnung des Planetenwegs am 2. Juni 2012 >image070

Die Größe der Planeten und ihre jeweiligen Entfernungen von der Sonne ergeben sich im Modell aus dem Durchmesser der „Sonne“. Bei unserem Planetenweg dient das 2,50 m große nördliche Zifferblatt der Kirchturmuhr von Sankt Peter und Paul - dem Wahrzeichen von Weil der Stadt - als Modellsonne.
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< Auf der Uhr sind seit alters her astronomische Symbole angebracht:
Sonne Mond und Sterne.

 

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Die Erde hat bei diesem Maßstab genau
den Durchmesser einer 1-Euro-Münze. >

 

Ein Schritt entspricht der Entfernung Erde-Mond. Das Wandertempo entspricht etwa der doppelten Lichtgeschwindigkeit.

Die Wahl des Wanderwegs und die Topographie des Würmtals im Nordwesten von Weil der Stadt erlauben von nahezu jedem Standort (Ausnahme: Uranus) freie Sicht auf den Kirchturm von St. Peter und Paul und damit auf unsere Modellsonne, die nördliche Turmuhr.

Es war nahe liegend, den neuen Planetenweg dem berühmten Sohn der Stadt zu widmen.6 Infotafel Saturn90dpi

 

<Infotafel Saturn in Merklingen, Brühlstraße (K1014)

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Orientierung durch Wegweiser mit Richtungspfeilen >

 

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 Größen und Entfernungen,   
Wegstrecken und Gehzeit
>


Ausgangspunkt des Wander­wegs ist eine Informationstafel an der Mauer des Kirchen­vorplatzes in der Pfarrgasse in Weil der Stadt. An dieser dem Zentralgestirn, der Sonne, gewidmeten Tafel sowie an acht weiteren in maßstabsgetreuer Entfernung aufgestellten Schautafeln werden die wichtigsten astronomischen Daten des jeweiligen Himmelskörpers erläutert. Neben Ausführungen zu Kepler und der Kepler-Gesellschaft findet man einen Stadtplan bzw. eine Landkarte mit den eingezeichneten Planetenbahnen. Das in Originalgröße nachgebildete obere Turmuhr-Segment als Modellsonne dient als Bezugsgröße und Erkennungsmerkmal.
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Die Informationstafeln zur Sonne und den sonnennahen Gesteinsplaneten Merkur, Venus, Erde und Mars stehen auf Weil der Städter Stadtgebiet. Die Tafeln der beiden Gasriesen Jupiter und Saturn befinden sich im Teilort Merklingen. Die Uranus-Tafel steht im Teilort Hausen und die Neptun-Tafel im Teilort Mühlhausen der Nachbargemeinde Tiefenbronn. Die Luftlinienentfernung Sonne - Neptun beträgt 8 km, der Wanderweg selbst hat eine Länge von 10,1 km, die reine Gehzeit liegt bei etwa 2 ¾ Stunden. Einschließlich Rückweg bietet sich also die Gelegenheit zu einer ausgiebigen Wanderung. Der Planetenweg kann selbstverständlich auch mit dem Rad erkundet werden. Gelegentlich sind leichte bis mittlere Steigungen zu überwinden.

Infotafel Uranus beim Grenzhof im Ortsteil Hausen >

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Insbesondere auf dem höher gelegenen Rückweg eröffnet sich ein einzigartiges Panorama auf Weil der Stadt und die Schwäbische Alb im Hintergrund. Bei guter Sicht kann man nicht nur den Kirchturm von Weil der Stadt, sondern auch den 869 m hohen, südlich von Reutlingen gelegenen Roßberg (links) und den Albtrauf erkennen.

 

< Blick vom Wasserbehälter Tiefenbronn /Mühlhausen
   „Neptun“ in Richtung Weil der Stadt.

 

 

Zu Fuß benötigt man für den ca. 13,5 km langen Rückweg auf der Route entlang der Höhenzüge vom Neptun bis zur Stadtmitte von Weil der Stadt ca. dreieinhalb Stunden. Die Buslinie 666 (Pforzheim - Weil der Stadt), die weitgehend parallel zum Planetenweg verläuft, ermöglicht zudem eine flexible Streckenplanung und Gestaltung von Ausflügen.

 

 

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